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Wovon dürfen Ulms Fans noch träumen?

Im April 2019 ist Horst Heldt als Manager von Hannover 96 entlassen worden. Ein Tiefschlag zwar, doch Heldt dürfte nach seinen vorherigen Stationen als Funktionär beim VfB Stuttgart und Schalke 04 weich gefallen sein und bald wieder eine lukrative Position finden können. Als Horst Heldt noch aktiver Spieler war, schoss er in der letzten Minute des letzten Spieltags der Saison 1999/2000 den Elfmeter für Eintracht Frankfurt, der den Abstieg des SSV Ulm aus der Bundesliga bedeutete. Im Gegensatz zu Heldt ist der SSV seitdem nicht wieder nach oben gekommen. Wovon also darf man als Ulmer Fußballfan noch träumen?

Sportliche Herausforderungen und finanzielle Grenzen
Die jüngere Geschichte des SSV Ulm ist in der Region hinlänglich bekannt. Die vielen Herausforderungen und Schwierigkeiten bei der Finanzierung des Spielbetriebs einschließlich dreier Insolvenzen sorgten dafür, dass der sportliche Horizont des Vereins seit vielen Jahren in der Regionalliga endet und dort meistens im Mittelfeld der Tabelle. In all der Zeit sind auch die Wünsche der Fans bescheidener geworden. Oben mitspielen und vielleicht mal den Aufstieg in die Dritte Liga ins Auge fassen, dazu vielleicht mal am DFB-Pokal® teilnehmen, das wäre doch schon mal was.
Um mal Bundesliga zu sehen, fährt man dann halt nach Augsburg. Doch war es das wirklich schon an Zukunftsperspektiven für den traditionsreichen Verein? Schaut man mal nach Karlsruhe, Kassel, Saarbrücken, Braunschweig oder Mannheim, kann man schnell erkennen, dass Ulm nicht der einzige Fußballstandort ist, der in der Bedeutungslosigkeit verschwunden ist und nicht wieder auftaucht. Es ist schwer, sich wieder hochzukämpfen aus den Niederungen des Ligasystems und die vielen grundlegenden Probleme im Niemandsland Regionalliga sorgen an vielen Orten auch dafür, dass ein Sprungbrett fehlt, um es zumindest zu versuchen.

Es gibt auch Positivbeispiele
Doch man muss nicht immer nur die negativen Beispiele vor Augen haben. Die andere Seite der Medaille ist, dass es Vereine wie Regensburg, Sandhausen oder Paderborn auch mit einem kleinen Einzugsgebiet und den damit verbundenen limitierten wirtschaftlichen Möglichkeiten geschafft haben, eine gute Rolle im Profifußball zu spielen. Es geht also nicht immer nur ums Geld, das zeigen auch die Beispiele millionenschwerer Investitionen von ausländischen Geschäftsleuten, die oft kein gutes Ende genommen haben – man frage mal bei 1860 München nach.
Was diese genannten Clubs aber alle haben, ist eine tiefe Verbundenheit mit den Fans und der Region. Wenn hier ein Sieg geschafft wird, dann waren alle dran beteiligt, auch der Bratwurstverkäufer im Stadion und wenn eine Saison schiefgeht, dann ist das nicht der nahende Weltuntergang, denn man hat ja alles gegeben. Diese grundsätzlich amateurhafte Einstellung, das Ignorieren von viel zu hoch gesteckten Zielen und das Reduzieren von Erwartungshaltungen ist vielleicht der Boden, in dem leise Träume reifen können. Klar, ein bisschen Glück gehört immer dazu, in den Spielen und bei den Verpflichtungen und ein wenig Geld braucht es auch. Doch das, was wirklich zählt, das Zusammenhalten, das Gemeinsame und die Hingabe zu Sport und Region, die haben wir in Ulm und Umgebung doch genauso wie an anderen Orten in Fußballdeutschland.

Achtung!
Onlinecasinos sind erst für Spieler erlaubt, die mindestens 18 Jahre alt sind. Glückspiel kann in Spielsucht enden. Weitere Infos und Hilfe findest Du unter BZGA.

 

Bildquelle: StockSnap / Pixabay.com

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